recycling abc

Hier finden Sie Kurzinformationen rund um das Thema Recycling.

A

Abfall:
Laut §3 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) wird Abfall definiert als Stoff oder Gegenstand, derer sich sein Besitzer entledigt bzw. entledigen will oder muss.
Die Abfalleigenschaft (§5) eines Stoffes endet unter anderem dann, wenn dieser ein Verwertungsverfahren durchlaufen hat, er für bestimmte Zwecke verwendet wird oder ein Markt oder eine Nachfrage besteht.

Alttextilien:
Unter den Begriff Alttextilien fällt zum einen die gebrauchte Kleidung, wie Hosen, Schuhe und T-Shirts. Darüber hinaus gehört textile Ware in diese Rubrik, wie z.B. Gardinen, Bettwäsche und Tischdecken.

B

Behältersammlung:
Alttextilien werden über verschiedene Erfassungsarten gesammelt. Die Behältersammlung, zu der auch die Containersammlung gehört, ist sicher die weit verbreitetste.

Bureau of International Recycling (BIR):
Das Bureau of International Recycling ist ein weltweit organisierter Verband der Recyclingindustrie, der auf internationaler Ebene die Interessen der Recyclingindustrie vertritt. Bereits seit 1948 existiert das BIR und repräsentiert mittlerweile mehr als 750 Mitglieder-Unternehmen in über 70 Ländern.

Baumwolltextilabkommen:
Der internationale Baumwoll- und Textilmarkt unterlag bereits seit Jahrzehnten Eingriffen und Beschränkungen auf internationaler Ebene. 1962 trat das Baumwolltextilabkommen (Agreement in International Trade in Cotton Textiles) in Kraft, in dem Importquoten zum Schutz der Textil- und Bekleidungsindustrie in den Industrieländern festgesetzt wurden.

C

Closed Loop:
Geschlossene Produktkreisläufe (Closed Loops) sind die Lösung der Zukunft. Das sogenannte „Closed Loop“-Recycling zielt darauf ab, die in Produkten enthaltenen Rohstoffe nach deren Nutzung dem Rohstoffkreislauf zur Herstellung neuer Produkte wieder zuzuführen.

Cradle to Cradle:
Das „Cradle to Cradle“-Prinzip definiert ein System für die Herstellung von Produkten und industriellen Prozessen, das es ermöglicht, Materialien in geschlossenen Kreisläufen zu halten. Bereits die Ausgangsmaterialien sollen dabei in einer Form hergestellt werden, die eine spätere Wiederverwertung (Re-Cycling, ideal Up-Cycling (verlinken) ermöglichen. Ziele sind Umweltschutz, Ressourcenschonung und Müllvermeidung.

D

Downcylcling: 
Produkte werden dem Recycling zugeführt und recycelt. Aus dem Recyclingprozess resultieren neue Produkte, die in ihrer Wertigkeit niedriger liegen als das Ausgangsprodukt. Bei dieser Form des Recyclings spricht man vom Downcycling.

E

EU-Abfallverbringungsverordnung:
Die EU-Verbringungsverordnung für Abfälle Nr. 1013/2006 zielt vorrangig auf den Umweltschutz und dient der Stärkung der Entsorgungsautarkie. Dabei soll die Entsorgung und Verwertung der Abfälle im Entstehungsland gestärkt werden. Ziel ist es, die Überwachung und Kontrolle der Verbringung von Abfällen so zu regeln, dass die Qualität der Umwelt und die menschliche Gesundheit erhalten, geschützt und verbessert werden.

Elektroschrottverordnung:
In der EU wird der Umgang mit Elektronikschrott durch die Richtlinie über Elektro- und Elektronikgeräte  v. 27.01.2003 („Elektroschrottverordnung“) geregelt, die in Deutschland durch das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) umgesetzt worden ist.
Die Elektroschrottverordnung dient dazu, die Menge von Elektroschrott wesentlich zu verringern, die Wiederverwertung sowie eine umweltverträgliche Form der Entsorgung anzukurbeln.

F

Fachsortierbetrieb:
Die Sortierung von Kleiderspenden übersteigt die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten von karitativen Einrichtungen. Deshalb haben sich Betriebe auf die Sortierung und Entsorgung von Alttextilien spezialisiert. Sie verfügen über entsprechende Lagerkapazitäten, geschultes Personal und eine effiziente Logistik.

Faser:
Bei der Herstellung von Textilien werden Fasern eingesetzt. Die Fasern werden je nach Herkunft in Naturfasern (pflanzliche und tierische) und Chemiefasern (synthetische und halbsynthetische) unterteilt.

G

Green Economy:
Green Economy (ökologisches bzw. grünes Wirtschaften) definiert eine Wirtschaftsweise, die sich an ökologischer Nachhaltigkeit, wirtschaftlicher Profitabilität und sozialer Gerechtigkeit orientiert.
Dabei sollen Umweltrisiken minimiert, nachhaltige Energiequellen eingesetzt, klimaschädliche Emissionen reduziert und Armut bekämpft werden.

H

High-Tech-Kleidung:
High-Tech-Kleidung erhält durch chemische, elektronische, biologische oder physikalische Behandlung zusätzliche Funktionen, ähnlich wie intelligente Kleidung. Besondere Eigenschaften wurden ursprünglich für spezielle Berufe wie Feuerwehr, Polizei oder Militär entwickelt und werden heute von vielen Menschen getragen, z.B. im Outdoorbereich.

Intelligente Kleidung:
Intelligente Kleidung ist so hergestellt, dass sie in ihrer Funktionalität über die eigentliche Bekleidungsfunktion hinausgeht.  „Smart Clothes" bezeichnet die Kombination von Kleidung mit Mikroelektronik. Durch die Integration von MP3-Spielern, GPS-Geräten oder Sensoren, die Rückmeldung über körperliche Befindlichkeiten geben, kann intelligente Kleidung so eine gesundheitliche Überwachungsfunktion, eine Schutz- und Sicherheitsfunktion oder eine Kommunikations- und Informationsfunktion erfüllen.

J

Jeans:
Für die Herkunft des Namens „Jeans“ existieren zwei Erklärungen:
1) Der Jeansstoff (Denim) wurde zu Anfangszeiten in Genua hergestellt. Im Italienischen sagte man zu Genua „Genes“, das sich zu dem englischen Wort Jeans entwickelte.  
2) Eine zweite Erklärung führt den Namen nicht auf den aus Genua stammenden Stoff sondern auf das Farbmittel „Bleu de Genues“ zurück, mit dem die Jeans ihre typische blaue Farbe erhielt. „Genues“ entwickelte sich in der englische Sprache zu Jeans.

K

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG):
Das Kreislaufswirtschaftsgesetzt ist ein Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und regelt die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen.

Karitative Sammlung:
Die Sammlung von Textilien kann verschiedene Zwecke verfolgen. Die karitative Sammlung dient der Befüllung von Kleiderkammern. Das überschüssige Sammelgut wird an Sortierbetriebe vermarktet und die davon erwirtschafteten Mittel fließen an die sammelnde Organisation zurück und werden für satzungsgemäße Aufgaben karitativer Organisationen eingesetzt.

L

Lumpen:
Lumpen sind lt. Duden alte, verschmutzte, abgerissene Stoffstücke.  Darüberhinaus wird der Begriff für abgetragene, zerschlissene und verschmutzte Kleidung verwendet. Auch Putz- und Scheuerlappen werden als Lumpen bezeichnet.

M

Multifaserabkommen:
Global geltende Abkommen, wie z. B. das Multifaserabkommen, das 1974 geschlossen wurde, beeinflussten die Entwicklung und Verteilung der Textilindustrie weltweit. Im Multifaserabkommen sind Import- und Exportquoten von Textilien festgelegt festgelegt, die von einem Land A in ein Land B verkauft werden durften.

N

Nachhaltigkeit:
Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Ähnlich wie bei der „Green Economy“ stehen die drei Aspekte Umwelt, Wirtschaft und Mensch im Mittelpunkt der Betrachtungen. Ziel ist es, eine Welt zu gestalten, in der auch zukünftige Generationen ein intaktes Ökosystem sowie ein funktionierendes soziales und wirtschaftliches Gefüge vorfinden.

O

Open Loop (offener Kreis):
Beim Open Loop-Recycling werden aus den Bestandteilen eines Produktes ein anderes Produkt hergestellt – z.B. aus Plastik-Verpackungen werden Gartenmöbel.

P

Primärrohstoffe:
Primärrohstoffe sind natürliche Rohstoffe, die direkt aus der Natur gewonnen werden bzw. zum überwiegenden Teil aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden.

Q

R

Recyclingquote:
Die Recyclingquote beschreibt das Verhältnis von Marktmenge zu dem Anteil, der recycelt wird bzw. werden soll. Die EU will z.B. für Elektroschrott bis 2019 eine Quote von 65% erreichen.

S

Sekundärrohstoffe:
Sekundärrohstoffe sind durch Recycling wiedergewonnene Rohstoffe und werden als Ausgangsstoffe für neue Produkte eingesetzt. Im Gegensatz zu Sekundärrohstoffen sind Primärrohstoffe direkt bzw. zum überwiegenden Anteil direkt aus der Natur gewonnen.

Sustainable Apprarel Coalition (SAC):
Die Sustainable Apparel Coaltion ist ein Zusammenschluss großer Marken, Einzelhändler und Produzenten aus der Schuh- und Textilindustrie sowie von NGOs Sie verfolgen das Ziel, negative umweltbezogene und soziale Einwirkungen der Kleidungs- und Schuhproduktherstellung zu reduzieren.

T

Thermische Verwertung:
Bei der thermischen Verwertung werden bestimmte Anteile von Abfall verbrannt. Zum einen findet so eine Volumenreduktion statt, zum anderen wird auf diesem Weg Energie gewonnen.

U

Upcycling:
Ziel des Upcyclings ist es, die Ausgangsbestandteile von Alttextilien und Schuhen vollständig wieder zu verwerten, so dass  ein gleichwertiges Recyclingprodukt herstellt wird. Mit anderen Worten: aus Schuhen sollen z.B. wieder Schuhe entstehen.

V

Vorsortierung:
Bei der Vorsortierung der Alttextilien werden Verunreinigungen der Rohware so früh wie möglich aussortiert. So werden z.B. offensichtlicher Hausmüll und Elektroschrott gleich bei der Entladung von den gesammelten Alttextilien getrennt.

W

Welttextilabkommen:
Das Welttextilabkommen (WTA) trat 1995 als international gültiges Abkommen der Textil- und Bekleidungsindustrie in kraft. Da diese Wirtschaftsbranche Importquoten unterlag, sollte das WTA den schrittweisen Übergang  zu einer Branche ohne Handelsbeschränkungen regeln.

X

Y

Z

Zero Waste:
Zero Waste (kein Müll) ist das Ziel, das Menschen und Unternehmen in ihren Bestrebungen dazu führen soll, keinen Müll zu produzieren, sondern Zyklen geschaffen werden, in denen End- und Abfallprodukte wieder zu einem Ausgangsprodukt bzw. einer Ressource für neue Produkte werden.
Produkte und Prozesse sollen so gestaltet werden, dass Müll vermieden und natürliche Ressourcen geschont werden.